Zum 8. März. Frauentag.
Der dringende Aufruf zur Gründung einer Männerbewegung und deren Aufnahme in die Frauenbewegung zur Begründung eines genderdemocratic gendermovements.
In mehreren Kulturen weltweit werden Frauen abgetrieben und durch Männer ersetzt. Die Geburt wird nur noch Söhnen zugestanden. Töchter werden vernichtet. In riesigem Ausmaß findet ein gendercide statt. Den Frauen wird das Leben genommen, bevor es überhaupt beginnen konnte. Den Männern wird ein Leben gegeben, in dem sie duch ihre Überzahl wertlos gemacht werden. Der Verlust der Frauen kostet die Männer ihre Bedeutung. Und. Das Leben dieser Männer wird sich nicht in einem gesellschaftlichen Zusammenhang bewegen. Sie werden sklavenähnlichen Status eingeräumt bekommen. Leben überhaupt wird so ersetzbar gemacht. Die Grundrechte dieser Männer sind in einer solchen Konstruktion von Anfang an nicht zugestanden. Männer werden endgültig Material. Krieg. Gewalt. Industrie und industrielle Landwirtschaft. Und die Bändigung dieser unfruchtbaren Männerscharen.
Material im Überfluß führt zu Verschwendung.. Die Verfügung über die Männerleben wird vollkommener sein als es je bisher der Fall war. Der Mehrwert an Bedeutung durch Männlichkeit löst sich in einer reinen Männerwelt auf. Es gibt ja das Andere nicht, wenn es keine Frauen mehr gibt, gegen die die Männer sich höher einschätzen können. Die männliche Selbsttäuschung über die eigene Lage wird damit endgültig obsolet. Die jetzt schon nicht zu übersehende Dekadenz männlicher Selbstüberschätzung führte ohne Politisierung des Geschlechtsaspekts direkt in neue Rechtlosigkeit und Unterdrückung.
Geschlecht entscheidet weiterhin über das Leben.
Wir dachten in den 60er und 70er Jahren, in der Übernahme der Selbstverantwortung könnten Frauen sich in den Besitz der Grundrechte bringen. Im Bewußtsein der privilegierten Situation unserer westlichen Kulturen wollten wir, geschützt von der Institution des Rechtsstaats und der Demokratie, den Beweis erbringen, daß wir uns dieser Rechte wert erweisen. Achtung und Würde sollten unsere damals neuen Lebensentwürfe belohnen und ein Modell vorstellen, wie Minderheiten – Frauen sind in allen Kulturen strukturelle Minderheiten, einmal minderer, ein andermal nur minder – an Demokratie teilnehmen können und gleichzeitig kein Zwang zur Anpassung angewandt wird.
Achtung und Würde sind Voraussetzungen für die Teilnahme an Gesellschaft. Achtung und Würde stellen jenen Raum um eine Person her, der auch politische Bewegung garantieren soll.
Um diesen Raum. Und. Dieser Raum soll ja jeder Person zugestanden werden. Unabhängig von der persönlichen Wahl des Geschlechts. Um diesen Raum ist ein sehr territoriales Begehren entstanden. Von der Seite der Kunst wird mit Hilfe der Verunglimpfung dieses Raums Provokation entfacht und damit ein Widerspruch von Gesellschaft und Kultur konstruiert, der den Künstler ermächtigt, diesen Raum der Achtung und Würde invadieren zu dürfen. Wenn vor das Museumsquartier ein verstümmelter Frauenkörper gelegt wird, an dem die Amputationen der Gliedmaßen realistisch angezeigt sind. Wenn dieser Frauenkörper begehbar ist und das Innere ein Café abgibt. Wenn dieser verstümmelte Frauenrumpf die Wand für den windgeschützen Konsum von Heißgetränken bildet. Dann reißt der Künstler eine Kluft zwischen Kultur und Gesellschaft auf und behauptet, die Freiheit der Kultur müsse über die gesellschaftlich zuzustehende Achtung und Würde triumphieren. Es ist eine sehr männlich heterosexuelle Freiheit, die sich hier dieses Frauenkörpers bemächtigt und zu diesem Konsumraum verdinglicht. *)
Kunst ist diese Angelegenheit einmal ohnehin nicht. Aber. Dieser kleine Triumph des Künstlers im kleinen Augenblick der Repräsentation seiner Bemächtigung. Zuerst einmal ist das Gesellschaftliche als Rahmenbedingung von Leben bei weitem ernster zu nehmen als kulturelle Phänomene. In den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden die Leben gelebt. In den kulturellen wird ihre Ausgestaltung ermöglicht. Politik ist allemal wichtiger als Kunst. Erst die Wechselwirkungen zwischen den beiden Sphären stellen überhaupt die Grundlage für Kunst her. Und selbstverständlich. Die Kunst soll sich gerade in der Untersuchung, wie diese Wechselwirkungen sich vermitteln und welche Auswirkungen sie haben, ohne Regeln ausüben. Was aber die Benutzung von Achtung und Würde betrifft. Und in diesem mutilierten Frauenkörper ist der Verweis auf die Schändung des Frauenkörpers enthalten, der wiederum durch die Benutzung als Café in eine neuerliche Schändung gedreht wird. Was aber die Benutzung von Achtung und Würde betrifft. Immer wird bei einer solchen Anordnung die Canettische Stachelmechanik ausgelöst. Canetti postuliert ja, daß jede Schändung und Beleidigung in Form eines Stachels in den Rücken gestoßen wird und von der so angestochenen Person so schnell wie möglich weitergegeben werden muß. Bei einem Projekt wie dem vor dem Museumsquartier sieht frau die Stacheln nur so in die Rücken fliegen. Die Stacheln werden aber hierarchisch weitergegeben und enden auf den Rücken der Schwächsten. Wer sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft, die dann zugleich die Schwächsten in unserer Kultur sind. Alle, die kein Geld haben. Alle, die keinen Job haben. Alle, die keinen Aufenthalt haben. Am Ende werden das Frauen und Fremde sein. Der Macher ist dann auch nur ein Jäger der Schwachen. Wie alle Hegemonialen halt.
Im besten Fall ist man als Künstler dann in der Jagdgesellschaft mit der Kronen-Zeitung unterwegs, die als Medium das Politische in Kultur umschreibt. Das ist ja das Fürchterliche an dieser Zeitung. Im Fall des Swingerclubs vor dem Beethovenfries der Sexession geschieht das aufs Kindischte, aber die Secession sollte sich in ein Puff umbauen. Dann müssen wir uns nichts mehr denken und der Vorstand kann als Madame endlich unternehmen, was sie sowieso immer machen. Auswahl. In einem solchen Institut wird ja sowieso immer ausgewählt. Oben zwänglich und nach selbstgefaßten Kunstkriterien. Unten je nach Angebot. Freiheit ist ja auch das nicht. Aber wenn in der Secession gefickt werden soll, dann soll man sich nicht zieren und es Kunst nennen. Auch wieder haben wir einen konstruierten Gegensatz von Kultur und Gesellschaft und Sinnlosigkeit darin.
Und. Während das alles vor sich hinstrampelt, verlangt der Monarch Österreichs, Herr Dichand, eine eidesstattliche Erklärung von Frau Rosenkranz, damit er wieder gut schlafen kann und seine Kolumne nicht ändern muß. Wer will Frau Rosenkranz etwas glauben und wer will dem Glauben von Herrn Dichand das dann abnehmen. Und warum sind die Frauen als Kandidatinnen für das höchste Amt im Staat immer aus der rechten Ecke und warum immer über die Frauenrolle definiert. Letzthin die Katholikin, die sich ferrerowaldnerisch schnell kirchlich scheiden ließ, um blütenweiß in die Hofburg einziehen zu können. Und nun eine Vertreterin der absichtsvollen Agentin deutschnationalsozialistischer Männlichkeit. Mit Frau Rosenkranz hätten wir ja eine Frau an der Spitze des Staates, die sich selber in der Zuträgerinnenrolle für den Mann sieht und sich selbst an zweiter Stelle denkend und hinter/neben dem Mann….. kann sie denn da überhaupt antreten, wenn sie doch eigentlich sich da gar nicht sehen können darf. An der ersten Stelle. Oder würden wir doch Herrn Rosenkranz dann als Bundespräsidenten bekommen. Der Mann durch die Frau repräsentiert. So haben wir das nicht gedacht. Und deshalb zurück zum Anfang.
* “Bikini Bar” vor dem Museumsquartier Wien