demonstration. 18. juni 2009

Warum machen wir das. Warum wollen wir das machen. Warum wollen wir auf die Straße gehen. Warum wollen wir ein Licht anzünden und uns damit auch in der Dunkelheit sichtbar machen. Wir tun das. Wir taten das. Und. Wir werden das tun. Weil wir nicht gesehen werden. Weil wir übersehen werden. Weil in einer von Lange herkommenden Tradition die Macht hierzulande meint, es besser zu wissen. Es für uns besser zu können. Weil unsere Stimmabgaben in den Programmen der politischen Parteien zum Verhallen gebracht werden. Wie brave Kinder sollten wir all die Zeiten zwischen den Wahlen still in unseren Wohnungen und am Arbeitsplatz verharren. Wer keinen Arbeitsplatz hat, soll gar nichts mehr sagen. Die Politik hat seit 2000 die neoliberale Globalisierung in Rahmenbedingungen an uns weitergegeben, die die Auswirkungen der neoliberalen Globalisierung auf jeden und jede übertragen. Das bedeutet eine stete Unruhe und alle Zukunftsängste. Die von der Politik seit 2000 geschaffenen Rahmenbedingungen versetzen uns aber nicht in die Lage, diese Bedingungen zu gestalten. Die von der Politik seit 2000 geschaffenen Rahmenbedingungen, in denen wir die von uns verlangte Selbstfürsorge und Selbstvorsorge bewältigen sollen. Diese Rahmenbedingungen behindern uns und verstärken das Gefühl der Ohnmacht. Die digitalisierte Bürokratie wird von der Politik seit 2000 dazu benutzt, uns in steter Unwissenheit über unsere eigene Situation zu halten. Das ist Unterdrückung. Das ist eine schleichende Lebenszensur, die nun in unseren Leben direkt ansetzt und die Freiheit schon in den Personen zerstört. Wir werden hospitalisiert und sollen unsere Einweisung selbst durchführen. Unsere Leben. Das Leben. Das ist gerade jetzt. Aber. Die Behandlung der Vergangenheit beschreibt uns unseren Wert im Jetzt. Wer die Wahrheiten der Vergangenheit nicht zu Kenntnis nimmt. Wer die Konsequenzen aus der Vergangenheit nicht akzeptiert, der akzeptiert uns heute nicht. Wer die Konsequenzen aus der Vergangenheit nicht zieht. Nicht ziehen will. Wie unser Parlament das tut, wenn nationalsozialistische Weiterbetätigung bei Präsidenten ohne Konsequenzen bleiben kann. Das beschreibt doch, daß wir angsterfüllt vor den Möglichkeiten sein müssen, die diese Konsequenzlosigkeit uns beschreiben soll. Wenn wir also wieder einmal Lichter anzünden, dann tun wir das, weil wir auch im Dunkel gesehen werden und mit dem Licht einen Weg weisen wollen. Dann tun wir das, weil wir nicht im Müll der Verdrängung verschwinden gemacht werden wollen. Weil wir nicht im verschriebenen allgemeinen Altersheim unserer politischen Lebenszurichtung verschwunden bleiben wollen. Wir machen das, weil wir der Souverän dieses Staates sind. Wir machen das, weil wir Demokratie wollen. Wir machen das, weil wir in der Erkenntnis aus der Vergangenheit, Überwältigungsideologien nicht an Schlüsselstellen dieser Demokratie vertreten sehen wollen.

blank info